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Blog aus Bolivien: Eine bewegende Arbeit und ein klasse Geburtstag

24 May, 2019 :: Santa Cruz, Bolivien


Während die nicht-technischen Mitarbeiter der Logos Hope bei Landeinsätzen dabei sind und die Projektarbeitsphase für das Schiff läuft, schreiben die Landteammitarbeiter über ihre Erfahrungen. Mica di Florio aus Argentinien ist mit ihrem Team in Bolivien und berichtet von Begegnungen, die ihren Glauben wachsen lassen und das schöne Erlebnis, wie Gott für sie ihren Geburtstages plante, den sie fern der Heimat feierte.

Santa Cruz ist die größte Stadt in Bolivien. In einem der ärmsten Stadtviertel arbeiteten wir mit einer Initiative, die sich um Kinder und deren Mütter kümmert. An jedem Samstag können die Kinder kommen und werden an Körper und Seele satt, während ihre Mütter an Workshops zu Themen wie Nähen, Hygiene oder Spartipps für einem gesunden Lebensstil bei geringem Einkommen teilnehmen.

Unsere Kontaktperson Vanessa erzählte uns, dass ihre Mutter diese Arbeit vor über 10 Jahren begonnen hatte. Als sie starb, wusste Vanessa nicht, wie sie das weiterführen sollte: „Mir machte das wirklich Mühe, mich nicht nur um diese Kinder zu kümmern, sondern auch ihren Müttern etwas beizubringen“, meinte sie. „Ich fühlte mich unvorbereitet, weil ich selbst noch keine Kinder habe, und dachte, sie nehmen meine Ratschläge nicht an.“ Mit ihrer Schwester und einigen Frauen aus ihrer Gemeinde, konnten sie die Arbeit weiterführen, und als wir aushalfen, sahen wir, wie sehr die Kinder davon profitieren.

Wir verbrachten auch Zeit mit der Kairos-Gemeinde, arbeiteten unter Stammesvölkern, bei denen die Kinder es auf ganz unterschiedliche Weise schwer haben: Bei manchen ist der Vater von Drogen- oder Alkohol abhängig, manche Mütter schicken ihre Kinder zum Betteln auf die Straße und einige Eltern sind im Gefängnis. Schon elfjährige Mädchen sind alleinerziehende Mütter. Das waren einige der Geschichten von Mädchen, die wir in einem Frauenhaus trafen.

Die Gemeinde bringt diese Mädchen in Gruppen von nicht mehr als 12 Personen unter und entwickelt ein Modell, wie die Mädchen von christlichen Familien weiterbetreut werden können, wenn sie 18 werden. Wenn eine Familie sie dann aufnimmt, brauchen sie sich keine Sorgen um Miete und Lebensmittel zu machen, sondern können Schule und Ausbildung abschließen und sich eine geregelte Arbeit finden. Außerdem erleben sie auch eine funktionierende Familie mit.

Wir verbrachten unsere Nachmittage mit diesen wunderbaren Mädchen, halfen bei den Hausaufgaben und brachten ihnen Englisch bei. Wir spielten Spiele mit ihnen und sie zeigten uns ihre traditionellen Tänze. Wir ermutigten sie dadurch, dass wir uns Zeit für sie nahmen und ihnen damit die Liebe zeigten, mit der Jesus uns so reichlich beschenkt hat. Im Gegenzug erlebten wir auch unerwartet viel Liebe von ihnen.

In einer anderen Stadt unterstützten wir ein Projekt, das eine britische Missionarin vor zwanzig Jahren ins Leben gerufen hatte. Mit Spendenmitteln kümmert sich dieses Projekt um Kinder, deren Eltern im Gefängnis sind. Einige der Kinder hatten sogar mit ihren Müttern im Gefängnis gelebt, was erlaubt ist, bis diese Kinder sieben Jahre alt werden.

Ehrenamtliche Helfer holen die Kinder aus der Schule ab, bringen sie zum Mittagessen in das Zentrum und helfen ihnen dann bei den Hausaufgaben. Ganz wichtig ist es den Ehrenamtlichen, dass sie den Kindern auch etwas über Gott beibringen und ihnen Geschichten aus der Bibel vorlesen. Unser Team war beeindruckt davon, was die Kinder über andere Länder und Missionare auf der ganzen Welt lernen: Als wir uns mit unseren Flaggen vorstellten, kannten die älteren Kinder jedes Land, aus dem wir kamen. Wir zeigten ihnen wie sie anderen von Jesus erzählen können, indem sie ein Blatt Papier falten und zu einem Kreuz reißen.

In diesem Monat, in dem wir nicht auf dem Schiff sind, feierte ich meinen 22. Geburtstag. Das geschah an dem 100. Tag seit ich von meinem Zuhause Abschied genommen hatte, weil ich auf der Logos Hope mitarbeiten wollte. Am Tag zuvor vergoss ich ein paar Tränen, als mir klar wurde, wie weit ich an diesem Geburtstag von Argentinien weg sein würde und wie weit weg von meiner leiblichen Familie und von meiner neuen Schiffsfamilie.

Ich machte mir Gedanken darüber, wie der Tag wohl ablaufen würde, denn zuhause hatte immer ich die Entscheidung getroffen, wo wir hingehen und was wir essen. Aber an diesem Tag war alles außerhalb meiner Kontrolle, und ich hatte Sorge, dass es ein ganz langweiliger Geburtstag wird, von dem keiner etwas mitbekommt, und dass ich das Essen nicht mögen würde. Aber dann kam es ganz anders.

Viele schickten mir Videogrüße: meine Familie und Freunde in Argentinien und meine Schiffsfamilie, die gerade über die ganze Welt zerstreut war. Die Leute aus meinem Team hier in Bolivien brachten mir Leckereien und ich bekam ein ganz besonderes Mittagessen mit der ganzen Familie des Pastors. Meine Geburtstagstorte war die größte, die ich je bekommen habe. Alle sangen Happy Birthday auf Spanisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch und Quechua. Eine Gruppe Kinder tauchte plötzlich auf dem Platz auf und umarmte alle. Wir besuchten Kinder mit Verbrennungen und krebskranke Kinder in einem Krankenhaus. Es hat mich so demütig gemacht und war so lohnend, dass wir ihnen von Jesus erzählen konnten in ihrer Situation und miterleben durften, wie in Junge sich für Jesus entschied.

Ich merkte, dass ich 21 Jahre lang versucht hatte, den besten Geburtstag zu planen, doch ich brauchte einfach nur alles Gott zu überlassen, und dann erlebte ich ihn tatsächlich.