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Erste Ingenieurin – Neue Möglichkeiten für Frauen im Maschinenraum

26 Oct, 2019 :: Schiffe


Eszter Vanheiden aus Ungarn war 10 Jahre alt, als ihre Kusine, die auf einem OM-Schiff mitgearbeitet hatte, ihr Bilder von Kindern in Afrika und auf den Philippinen zeigte. Die kleine Eszter dachte: „Das will ich auch machen. Ich möchte Missionarin werden.“

Ihr Vater war Fahrlehrer und Eszter und ihre Familie fuhren regelmäßig zwischen Deutschland und Ungarn hin und her. Sie erinnert sich: „Mich hat das total gestört, wenn ein Fahrzeug seltsame Geräusche machte und ich nicht wusste, warum.“ So wuchs ihre Leidenschaft für Motoren.

Als junge Erwachsene ging Eszter auf ein OM-Schiff und arbeitete im Büchermarkt mit. „Ich war ganz in meinem Element“, meint sie. Später wurde sie Hauptkassierin. Damals arbeiteten Frauen nicht im Maschinenraum. Sie durften dort nur beim Putzen helfen. „Ich sah die Motoren und sie waren riesig. Man konnte sie komplett auseinandernehmen. Ich dachte: „Warum sollte ich an Autos arbeiten, wenn die Motoren hier so riesig sind?“, erinnert sie sich.

Mit dieser neuen Leidenschaft begann Eszter zu beten und entschloss sich dann mit Hilfe eines deutschen Freundes namens Hätli Menth, der im Maschinenraum mitarbeitete, gegen die Regeln zu kämpfen. „Ich kann mit selbst nicht mehr daran erinnern, aber Hätli hat mir gesagt, dass ich als Wache erklärt hätte: „Eines Tages werde ich Erste Ingenieurin!“, berichtet sie lachend. Zwei Frauen wurden schließlich zu Wachen im Maschinenraum ernannt. Eszter war eine davon. Nach über einem Jahr in dieser Aufgabe, ging sie wieder nachhause und machte eine Ausbildung auf einem Containerschiff. Danach studierte sie Maschinenbau und Schiffstechnik, erwarb ihr Patent, fuhr professionell zur See und kam dann als Dritte Ingenieurin von 2008 bis 2010 auf die Logos Hope.

Als ihre Zeit an Bord um war, sah sich Eszter nach einer Arbeit um, mit der sie ihren Ausbildungskredit abbezahlen konnte. Sie erinnerte sich an den Bibelvers Matthäus 6 Vers 33: „Trachtet zuerst nach Gottes Reich und nach seiner Gerechtigkeit. Dann wird euch auch alles andere zuteil.“ Sie sagte zu Gott: „Das steht in deinem Wort und was du sagst ist wahr.“ So vertraute sie darauf, dass er für sie sorgen würde. Wenige Tage später kam eine Agentur auf sie zu und bot ihr eine Stelle als Dritte Ingenieurin auf einem Containerschiff an.

2015 kehrte Eszter, als Zweite Ingenieurin auf die Logos Hope zurück. Ab 2017 arbeitete sie im Schiffsbüro in Mosbach als technische Einkäuferin und Hafeningenieurin mit. Sie reiste jedes Jahr zum Trockendock aufs Schiff und legte bei den Wartungsarbeiten mit Hand an. „Ich finde das sehr befriedigend, wenn ich etwas Kaputtes reparieren kann, aber das Wichtigste ist doch das, was wir bei den Leuten bewirken, die mit uns zusammenarbeiten. Es freut mich, wenn ich sehe, wie sie sich verändern und in ihrer Beziehung zu Gott wachsen.

Im Dezember 2018 durchbrach Eszter die Glasdecke und wurde Erste Ingenieurin auf der Logos Hope. Sie sagt, sie will mit dem Rückhalt ihrer männlichen Kollegen den Weg für andere Frauen freimachen. „Als ich unter unserem Ersten Maschinisten Adam Dawson aus den USA arbeitete, gab er mir gute Tipps, machte mir Mut und sagte: „Du schaffst das!“

„Ich lebe meinen Traum. Seit ich zehn bin, wollte ich als Zeltmacherin in die Mission gehen“, sagt sie. Damit bezieht sie sich auf den Apostel Paulus, der für seinen Lebensunterhalt als Missionar aufkam, indem er Zelte herstellte. „Durch die kleinen und großen Dinge, die wir im Maschinenraum tun, können Leute, die an Bord kommen, tolle Erfahrungen machen und Jesus kennen lernen. Wenn ich meine Arbeit gut mache, bewegt das, was wir tun, den Leib Christi in die richtige Richtung, auch wenn ich das nicht direkt mitbekomme.“