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Sie sind nicht vergessen

29 Nov, 2019 :: Belém, Brasilien


Mit der Organisation Pro Vida (Für das Leben) konnten Schiffsmitarbeiter jede Gefängnisabteilung in Belém besuchen, in der minderjährige Häftlinge untergebracht sind. Paula, eine britische Missionarin, die für die brasilianische Organisation arbeitet, sagte dem Team: „Ich möchte diese Menschen erreichen, weil das sonst niemand möchte.“ Diese Worte blieben bei den Schiffsmitarbeitern haften.

Die Häftlinge waren je nach ihrem Verhalten und der Dauer ihrer noch verbleibenden Haft in verschiedene Abteilungen eingeteilt. Damit sie mehr Häftlinge besuchen konnten, teilten sich die Schiffsmitarbeiter in zwei Gruppen auf. Zu einem der jungen Häftlinge sagten die Mitarbeiter: „Gott wartet immer auf dich. Du kannst immer umkehren und zu ihm zurückkommen.“ Der junge Mann hörte aufmerksam zu und wirkte so, als würden die Worte bei ihm ankommen.

Tobi Müller aus Deutschland empfand Frieden und er hatte das Gefühl, dass Gott sein Team auf diese Begegnungen vorbereitet hatte. „Das hat mir geholfen und ich war nicht so nervös“, erklärte er. Tobi konnte den Häftlingen von seinem Glauben an Jesus Christus erzählen. „Davor hatte ich mich gefragt, warum Missionare nach Brasilien gehen, denn es ist eins der am wenigsten unerreichten Länder, die ich kenne. Aber dort erlebte ich, dass es auch hier Menschen gibt, die noch nicht mit dem Evangelium erreicht sind“, meinte Tobi.

Die Schiffsmitarbeiter hatten Postkarten vorbereitet, auf die sie von Hand Bibelverse auf Portugiesisch und die Namen der Häftlinge schrieben, mit denen sie sich unterhalten hatten. Sie gaben den jungen Männern diese Karten und hoffen, dass die Empfänger weiter über die Bibelverse nachdenken.

Beim gemeinsamen Auswertungstreffen des Teams auf der Logos Hope meinte Mari* aus den Niederlanden: „Ich hatte mir gewünscht, dass Gott die Häftlinge durch unseren Besuch verändert, aber er hat auch mich verändert. Im Vorfeld dachte ich: „Das macht mir Angst. Ich war noch nie an so einem Ort“, aber als ich dort war, merkte ich, dass es gut war. Es war so sein Segen, dass wir zu diesen Jugendlichen gehen konnten. Das sollten wir auch in meinem Land tun.“

Als sie über die Situation der jungen Männer redeten, meinte Mari: „Wenn du siehst, wie jemand irgendwo ganz alleine herumsitzt, wenn da jemand ist, mit dem keiner reden will, dann geh hin und rede mit ihm, denn auch er ist wichtig!“ Dieser Tag öffnete dem Team die Augen für Menschen – im Gefängnis, ohne Obdach oder im Alter – die oft übersehen werden, Gott jedoch am Herzen liegen.

*Name geändert